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companions of silence

“SILENCE IS HITTING HARD, FOR THE PAST FEW MONTHS HAVE LEFT THEIR MARK. I WHISPERED TO THE MOON, SANG A SONG WITH NIGHTINGALES. DIDN´T KNOW, WHERE I BELONG - ´TIL I UNDERSTOOD MY FATE."

- aus COMPANIONS OF SILENCE -

Es ist eine sternklare Nacht. Kalt, aber sternklar. Drei Schichten habe ich an. Mein beiges Glitzertop, darüber den grauen Blazer und obendrauf den warmen Mantel aus Filz. Um mich herum ist Stille - das einzige Geräusch ist das Knacken des Automotors, weil er nach 20 Minuten langsam wieder heruntergekühlt ist. Es fühlt sich so an, als wären nur noch der Mond und ich wach, alle anderen schlafen schon. Alle anderen - außer diese tausend kleinen Gedanken.

Es ist ein Privileg, das alte Jahr mit dem zu beenden, was du liebst und das neue Jahr mit Demselben zu beginnen - keine Frage. Das Publikum war toll, wir haben getanzt, gesungen und hatten eine wundervolle Feierstimmung. Doch jetzt, wenn ich alleine in meinem Auto sitze - die Haare noch leicht zu Locken eingedreht, das Make-Up drauf, das Party-Outfit an - fühlt sich die Stille auf einmal ziemlich laut an. In meinem Kopf läuft der Leistungsmodus noch auf Hochtouren. Er diskutiert gerade mit dem "Work-Life-Balance-Schalter", wie ich die Nacht nun noch gestalten soll:

Handy aus oder noch fix ´ne Story posten, dass der Auftritt schön war?

Gleich noch den Geschirrspüler ausräumen, weil ich eh noch nicht schlafen kann oder lieber doch ins Bett?

Ich brauche den Blazer in ein paar Tagen für das nächste Event. Ob er nochmal geht oder soll ich ihn doch lieber waschen?

Jap, solche Gedanken kamen mir in der Silvester-Nacht von 2025 auf 2026 um 3 Uhr früh, als eigentlich nichts - rein gar NICHTS um mich herum war - kein Ton, keine Musik, kein Mensch.

Belanglosigkeiten, die einen bis ins Detail beschäftigen können.

Es ist schon verrückt, wie viel Zeit wir in unserem Leben damit verbringen, Gespräche in unserem Kopf zu führen. Gute Gespräche - schlechte Gespräche.

COMPANIONS OF SILENCE entstand kurz nach dieser Nacht. Ich erinnerte mich zurück, wie oft ich eigentlich nach Auftritten alleine in meinem Auto sitze und verarbeite, was ich erlebt habe. Wie die Sängerin in mir mit der Gitarristin in mir und der Moderatorin in mir Gespräche darüber führt, was gut war und was ich verbessern könnte.

Ich bin so dankbar dafür, mich als Musikerin voll ausleben zu dürfen. Doch manchmal wünsche ich mir jemanden, mit dem ich all das teilen kann. Das gemeinsame Kabel-Aufwickeln, das Auswerten der gespielten Songs, Lachen über Versprecher, dieses Gefühl von Verbundenheit.

Und genau dann kann so ein "gloriöser" Moment nach einem Auftritt ziemlich einsam sein. Das ist der Moment, wenn Stille auch erdrückend sein kann, denn all die kleinen Begleiter ploppen auf: Grübeleien, Ärgernisse, Zukunftsängste. Irgendwo zwischen "in Erinnerungen schwelgen" und "Ideen für die nächsten Gigs" hänge ich in einer Schleife fest.

Ist der Song deshalb ein trauriger Song? Nein. Ganz ehrlich, ich habe diese Begleiter der Stille auch manchmal sehr gern, denn sie haben mich eins gelehrt:

Sei freundlich zu dir selbst. Du hast die volle Macht über deine Gedanken - niemand sonst. Rede dir gut zu. Sei stolz auf dich. Glaub´ an dich. Mach dir nicht zu viele Sorgen. Sei nicht zu verkopft oder streng zu dir selbst. Und genieße die Stille einfach so, wie sie ist.

Das darf so sein.