Es ist eine sternklare Nacht. Kalt, aber sternklar. Drei Schichten habe ich an. Mein beiges Glitzertop, darüber den grauen Blazer und obendrauf den warmen Mantel aus Filz. Um mich herum ist Stille - das einzige Geräusch ist das Knacken des Automotors, weil er nach 20 Minuten langsam wieder heruntergekühlt ist. Es fühlt sich so an, als wären nur noch der Mond und ich wach, alle anderen schlafen schon. Alle anderen - außer diese tausend kleinen Gedanken.
Es ist ein Privileg, das alte Jahr mit dem zu beenden, was du liebst und das neue Jahr mit Demselben zu beginnen - keine Frage. Das Publikum war toll, wir haben getanzt, gesungen und hatten eine wundervolle Feierstimmung. Doch jetzt, wenn ich alleine in meinem Auto sitze - die Haare noch leicht zu Locken eingedreht, das Make-Up drauf, das Party-Outfit an - fühlt sich die Stille auf einmal ziemlich laut an. In meinem Kopf läuft der Leistungsmodus noch auf Hochtouren. Er diskutiert gerade mit dem "Work-Life-Balance-Schalter", wie ich die Nacht nun noch gestalten soll:
Handy aus oder noch fix ´ne Story posten, dass der Auftritt schön war?
Gleich noch den Geschirrspüler ausräumen, weil ich eh noch nicht schlafen kann oder lieber doch ins Bett?
Ich brauche den Blazer in ein paar Tagen für das nächste Event. Ob er nochmal geht oder soll ich ihn doch lieber waschen?
Jap, solche Gedanken kamen mir in der Silvester-Nacht von 2025 auf 2026 um 3 Uhr früh, als eigentlich nichts - rein gar NICHTS um mich herum war - kein Ton, keine Musik, kein Mensch.
Belanglosigkeiten, die einen bis ins Detail beschäftigen können.